Zu Besuch bei den alten Römern: Salvete aus dem Limeskastell Pohl
von Daniel Sieger
Salvete discipuli, parentes, commilitones! Am diesjährigen WPF-Tag (15.06.2026) tauschten die Lateinschüler der Klassen 6, 7 und 8 das vertraute Klassenzimmer kurzzeitig gegen das Leben an einem römischen Grenzposten ein. Ziel unserer Exkursion war das authentisch rekonstruierte Limeskastell in Pohl, im Grenzgebiet zwischen dem Römischen Reich und den germanischen Barbaren, wo antike Geschichte plötzlich zum Anfassen nah war. Wir hatten viele Fragen mitgebracht: Wie lebten und arbeiteten eigentlich die römischen Hilfssoldaten (auxiliares) an der Grenze? Wie sah ihr Alltag am Limes aus? Wo haben sie geschlafen und wie waren sie dort untergebracht? Wovon haben sich die Grenzsoldaten ernährt? Wie haben sie es mit der Körperpflege gehalten? Und worauf haben sie geschrieben?
Nachdem wir zunächst in einem bebilderten Vortrag viel Interessantes über die Geschichte des Obergermanisch-Rätischen Limes und der dort lebenden Menschen erfahren haben, konnten wir anschließend live und in Farbe die Rüstung eines römischen Grenzsoldaten mit Tunika (tunica), Halstuch (focale), Kettenhemd (lorica serta), Schwertriemen (balteus), Schwert (gladius), Dolch (pugio), Gürtel (cingulum), Riemenschurz (pteryges), Sandalen (caligae) sowie Speer (pilum) und Lanze (hasta) kennenlernen. Danach haben wir in drei Gruppen abwechselnd die verschiedenen Bereiche des Kastells näher in Augenschein genommen. Wir erkundeten die originalgetreu nachgebauten Mannschaftsstuben (contubernia), übten uns in der Kunst des Bogenschießens (mit ein wenig Übung wurden die Zielscheibe immer besser und auch irgendwann „ins Schwarze“ getroffen) und untersuchten den Wachturm, der in römischer Zeit aus drei Etagen bestand: Im Erdgeschoss waren Vorräte gelagert, im ersten Stock befand sich der Eingang – über eine Leiter erreichbar – in dem sich die wachhabenden und im Schichtdienst arbeitenden Soldaten aufhielten. Ganz oben lag die Wachstube, von der aus die Grenzsoldaten auf die hölzerne Galerie gelangten, um Ausschau zu halten, plündernde Barbaren abzuschrecken oder vielleicht auch um das damals schnellste Nachrichtensystem der Welt zu nutzen. Die Türme des Limes standen nämlich immer genau in Sichtweite zueinander. So musste man nicht erst einen Boten schicken, der tage- oder wochenlang unterwegs gewesen wäre. Man gab die Nachricht stattdessen mit einem Signalcode (ähnlich wie beim Morsealphabet) blitzschnell von Turm zu Turm weiter, in wenigen Stunden über hunderte Kilometer.
Besonderer Dank gilt dem freundlichen Team vom Limeskastell Pohl für die phantastische Führung, das gut durchorganisierte und altersgerechte Programm. Wir blicken auf einen gelungenen WPF-Tag zurück und freuen uns schon auf weitere Gelegenheiten, den Spuren der Alten Römer zu folgen.
Valete!









