IGS hebt ab – Schüler schicken Wetterballon an den Rand des Weltalls
von Gabi Schulz und Martin Pulch
‚IGS hebt ab‘ unter diesem Motto stand das neueste Projekt der Forscherklasse 8a und der Arbeitsgemeinschaft MINT der IGS Johanna Loewenherz Neuwied. Gemeinsam mit ihren betreuenden Lehrern Frau Schulz und Herrn Pulch sowie weiteren interessierten Schülern des Wahlpflichtfaches Naturwissenschaften und Ökologie schickten sie einen mit Helium gefüllten Wetterballon erfolgreich in die Stratosphäre.
Dem Start am 16.06.2025 ist eine wochenlange Planung vorausgegangen. Spezialmaterial wurde bestellt und getestet, eine Versicherung abgeschlossen und die nötigen Genehmigungen zum Aufstieg eingeholt.
Im Unterricht wurde geplant und recherchiert sowie Plakate erstellt und Modelle gebastelt. Die Schülerinnen und Schüler richteten anlässlich des Schulfestes zum 15-jährigen Bestehens der IGS einen eigenen Raum als „Mission Control Center“ ein. Die Besucher konnten sich dort über das Projekt „IGS hebt ab“ informieren und selbstgemachte Astronautennahrung kosten. Ein besonderes Highlight war die Möglichkeit, ein 3D-Duplikat des auf der Sonde befestigten Maskottchens, welches die Schüler eigenständig entworfen hatten, zu erwerben.
Eine selbst konstruierte Styroporsonde, voll bepackt mit Experimenten, einem Datenlogger, zwei Trackern und einer Spezialkamera wurde an einem Wetterballon mit Fallschirm befestigt. Nachdem die zuvor berechnete Heliummenge eingefüllt war, stieg die Sonde vor den Augen der Schulgemeinschaft auf und erreichte nach 2 Stunden und 20 Minuten eine Flughöhe von 36.316 Metern, dreimal mehr als die durchschnittliche Reiseflughöhe von Verkehrsflugzeugen. Die über vier Kubikmeter Helium dehnten den Ballon in dieser Höhe bei einem Druck von null Bar und bei einer Temperatur von minus 49,6°C auf einen Durchmesser von über elf Metern, bevor der Ballon platze. Die Sonde fiel in freiem Fall, bis sie beim Eintritt in die Atmosphäre vom Fallschirm gebremst wurde.
Gespannt verfolgten die Jungforscher die Flugroute sowohl mit Hilfe eines GPS-Trackers als auch mit satellitengestützter Technologie.
Nach einer Flugzeit von 158 Minuten landete das Gespann im Altlaytal. Aufgrund des schlechten Handynetzes tief im Hunsrück, konnte das Verfolgerteam die Sonde zunächst dort nicht mehr orten.
Bei Sonnenaufgang des nächsten Tages gelang mit einiger Kraftanstrengung die Bergung aus einem Baum in zehn Metern Höhe im Steilhang des Altlaytals in der Nähe des Flughafens Hahn.
Die Jungforscher freuten sich sehr über die Unversehrtheit des gesamten Equipments. Die Auswertung des Loggers lieferte Messwerte zum Luftdruck, der UV-Intensität, Höhe, Steigungsgeschwindigkeit, Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Besonders spektakulär sind die Aufnahmen der Videokamera. So konnten Beobachtungen zu den Experimenten in Echtzeit erzielt und beeindruckende Aufnahmen der Krümmung der blauen Erde vor dem Schwarz des Weltalls bestaunt werden.
Besonderer Dank gilt der Rütgers Stiftung und dem Verband der chemischen Industrie für ihre finanzielle Unterstützung, ohne deren Hilfe dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre. Dieses Projekt zeigte allen Teilnehmern erneut, dass Naturwissenschaften spannend und erlebbar sind.