Demokratie als Lernprozess: Die Juniorwahl 2026 an unserer Schule
Text von Jessica Cramer
Bilder von Mirca Bierbrauer
Parallel zur heutigen Landtagswahl in Rheinland-Pfalz blicken wir auf eine intensive Projektwoche zurück: Unsere Schülerinnen und Schüler haben im Rahmen der „Juniorwahl“ ihre Stimmen abgegeben. Dabei stand jedoch nicht nur das Kreuz auf dem Stimmzettel im Fokus, sondern vor allem die Analyse der Hintergründe.
Bereits zum siebten Mal hat unsere Schule an diesem bundesweiten Projekt teilgenommen. In einer Zeit, in der politische Debatten oft emotional und komplex geführt werden, bietet die Juniorwahl einen geschützten Raum, um parlamentarische Abläufe zu verstehen und das eigene politische Urteilsvermögen zu schulen.
In diesem Jahr ging die Auseinandersetzung über die reine Stimmabgabe weit hinaus. Die „Forschungsgruppe Juniorwahlen“ des Sozialkunde-Leistungskurses (MSS 12) hat das Wahlverhalten unserer Schülerschaft wissenschaftlich unter die Lupe genommen. Statt nur auf die Prozentzahlen zu schauen, haben sich die angehenden Abiturienten intensiv mit den Ursachen beschäftigt:
- Woher beziehen Jugendliche heute ihre politischen Informationen und wie beeinflussen soziale Medien die Meinungsbildung?
- Welche Themen empfinden Schülerinnen und Schüler als größte Herausforderungen für die Zukunft des Landes?
- Welche Beweggründe führen zu bestimmten Wahlentscheidungen?
Besonders wertvoll war der interne Abgleich der Daten: Die Forschungsgruppe wertete nicht nur die anonymen Rückmeldungen der Lehrkräfte aus, sondern untersuchte auch Unterschiede innerhalb der Schülerschaft. So wurden die Antworten differenziert nach Altersgruppen sowie zwischen Schülern und Schülerinnen betrachtet. Dieser detaillierte Vergleich bietet nun im Unterricht die Grundlage für einen spannenden Dialog über unterschiedliche Sichtweisen, Prioritäten und Rollenbilder der verschiedenen Generationen und Gruppen an unserer Schule.
Das Engagement unserer Schülerinnen und Schüler stieß auch auf mediales Interesse. Der SWR begleitete erneut unser Projekt und berichtete im Radio (am vergangenen Donnerstag sowie am heutigen Wahlsonntag) über die Analysen und die Arbeit der Forschungsgruppe an unserer Schule.
Mit der Landtagswahl 2026 endet an unserer Schule eine Phase besonders intensiver Wahlsimulationen. Nach drei Schuljahren, in denen wir die Juniorwahl regelmäßig zu Gast hatten, steht nun (voraussichtlich) bis 2029 eine Pause bei den schulinternen Urnengängen an.
Dies bedeutet jedoch keineswegs ein Ende der politischen Partizipation: Während die Wahlkabinen nun erst einmal verstaut werden, geht die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Ergebnissen und den politischen Entwicklungen im Unterricht und im Schulalltag natürlich weiter. Ein herzlicher Dank gilt den Schülerinnen und Schülern des Sozialkunde Leistungskurses (MSS 12) für die Organisation und die Bereitschaft, Demokratie an unserer Schule so lebendig zu gestalten.









